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Richtung Westnordwest rund um die Uhr

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Der große Regen - eine Bilanz

Erfreulicherweise fiel in den vergangenen Tagen endlich der dringend 
benötigte Regen. Höchste Zeit, einmal Bilanz zu ziehen. 

Kürzlich wurden Sie im Thema des Tages vom 25.09.2020 
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/9/25.html) bereits
umfangreich eingestimmt auf die Regenfälle der vergangenen Tage. Und 
ja - unglaublich aber wahr - es hat tatsächlich einmal mehrere Tage 
am Stück flächendeckenden und teils auch ergiebigen Regen in großen 
Teilen des Landes gegeben. Da die Niederschlagsereignisse mit den 
stärksten zu erwartenden Intensitäten nun erstmal vorbei sind, ist es
Zeit für eine (Zwischen-) Bilanz. 

Die Umstellung der Wetterlage begann bereits am vergangenen 
Donnerstag, dem 24. September, als die Kaltfront des Tiefs VALENTINA 
auf Deutschland übergriff (zuvor nur lokale Schauer und Gewitter). Im
Südwesten und Süden zogen am Abend schauerartig verstärkte und teils 
gewittrige Regenfälle auf, die sich bis Freitag Früh auch bis zur 
Ostsee voran gearbeitet hatten. In diesem Zusammenhang fielen 
gebietsweise schon etwa 20-30 l/qm binnen 1-3 Stunden.
 
Es folgte am Freitag Tief WICCA, das einen Ableger in den Westen und 
ein kräftigeres Randtief WICCA II in den Osten Deutschlands führte. 
Letzteres wurde am Samstag nahtlos von dem aus Böhmen herannahenden 
Tief XYLA abgelöst. Der Feuchtenachschub wurde dabei im Westen durch 
die Nordsee und den Nordatlantik gewährleistet. Im Osten strömte die 
Luftmasse in einem Bogen von der Adria über Polen und Tschechien zu 
uns. Dessen Ursprung konnte man am Samstagabend in Vorpommern 
eindrucksvoll "fühlen" als sich die 18 Grad bei einer relativen 
Luftfeuchte von 95 Prozent (Taupunkt 17 Grad) einem fast schon 
drückend schwül-warm vorkamen. Gut 100 km südwestlich merkte man im 
10 Grad kalten Berlin herzlich wenig davon. In den Alpen zog oberhalb
von 1000 Metern der Winter ein.
Am Sonntag und auch aktuell noch tröpfelt es mit Durchzug des Tiefs 
YOUNGME vor allem zwischen Oder und Ems noch etwas nach. Derweil hat 
Tief ZORA über Slowenien den Südosten Bayerns noch mit kompakter 
Bewölkung und leichten Regen-, und oberhalb von rund 1500 Metern 
Schneefällen im Griff. Vergleichbare Niederschlagsmengen des 
vergangenen Wochenendes sind aber heute und in den nächsten Tagen 
erstmal nicht zu erwarten, wenngleich es gebietsweise immer mal 
wieder leicht bis mäßig weiterregnet, insbesondere in den westlichen 
und südlichen Landesteilen.
 
Was lässt sich nun unterm Strich bilanzieren? Die fünf Tiefs binnen 
fünf Tagen, die einen Durchlauf des Namensalphabets komplettierten, 
haben in der Summe doch einiges an Regen hinterlassen. Beim Blick auf
die Niederschlagssummen der vergangenen Woche (siehe Anhang) 
dominiert doch flächendeckend die Farbe Grün bis Gelb, womit wir über
20 bis 30 Liter auf den Quadratmeter (l/qm) reden. Schwerpunkte 
bildeten der Schwarzwald, der Alpenrand, Teile Niederbayerns und - 
besonders erfreulich - große Bereiche des stark dürregeplagten Ostens
mit 50-80 l/qm, lokal um 100 l/qm. Spitzenreiter waren Staulagen im 
Allgäu mit bis zu 140 l/qm. Im sonst so nassen Norden fielen dagegen 
teilweise keine 10 l/qm. 

Da es vielerorts der erste nennenswerte Niederschlag des Monats war, 
konnten die defizitären Bilanzen für September noch nicht überall 
ausgeglichen werden. Im landesweiten Mittel fällt der Monat aller 
Voraussicht nach trotz allem leicht unterdurchschnittlich aus. Mehr 
dazu wie üblich in der in Kürze erscheinenden Pressemitteilung zur 
Monatsbilanz September 2020. Wie ebenfalls im Thema des Tages vom 
25.09.2020 erwähnt, waren die Regenfälle bisher lediglich ein 
"Tropfen auf den heißen Stein". Der Dürremonitor des 
Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (kurz: UFZ) legt nahe, dass 
nur die obersten Bodenschichten durchfeuchtet worden sind. Spätestens
in Tiefen von 1,8 Metern herrscht weiterhin großflächig extreme Dürre
vor. 

Dipl.-Met. Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 28.09.2020

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