Wetterarchiv Behrendorf

Hinweis: ab 1. Januar 2023 erfolgt die Aktualisierung der WsWin-Wetterdaten aus Behrendorf nur noch am 1., am 11. und 21. eines Monats. Aktuelle Daten gibt es unter https://wischewetter.info.

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Aktuelle Warnlage

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Wetter aktuell

Trockenheit im Südwesten Deutschlands



Während der Nordosten Deutschlands in den vergangenen beiden Wochen 
wiederholt von Schauern und Gewittern profitierte, blieb es im 
Südwesten seit rund einer Woche weitgehend trocken. Bereits der 
Frühling verlief dort deutlich niederschlagsärmer als üblich. Die 
anhaltende Trockenheit hinterlässt inzwischen deutliche Spuren in 
Böden, Vegetation und Gewässern.


Der Südwesten Deutschlands erlebt derzeit eine ausgeprägte 
Trockenphase. Bereits im Frühjahr sorgten häufige 
Hochdruckwetterlagen für ein deutliches Niederschlagsdefizit. Zwar 
folgte auf die erste Hitzewelle Ende Mai vorübergehend eine kühlere 
und wechselhaftere Witterungsphase mit zahlreichen Schauern und 
einzelnen Gewittern, die gefallenen Niederschläge reichten jedoch bei
weitem nicht aus, um das zuvor entstandene Defizit auszugleichen.
Während der anschließenden außergewöhnlich intensiven Hitzewelle Ende
Juni blieb nennenswerter Regen erneut weitgehend aus. Abgesehen von 
einzelnen, im Flächenmittel wenig ergiebigen Gewittern fiel kaum 
Niederschlag. Gleichzeitig stieg bei Höchsttemperaturen von örtlich 
über 40 °C die Verdunstung auf ein sehr hohes Niveau. Mit dem Ende 
der Hitzewelle zogen zwar größere Gewitterkomplexe über Teile des 
Südwestens hinweg und brachten regional kräftige Regenfälle. Ein 
Blick auf die Bodenfeuchte zeigt jedoch, dass das Wasser vielerorts 
nur die obersten Bodenschichten erreichte und somit lediglich 
vorübergehend für Entlastung sorgte. Die tieferen Bodenschichten 
blieben dagegen weiterhin deutlich zu trocken.
Seit einigen Tagen hat sich über Frankreich erneut eine ausgeprägte 
Hitzeglocke etabliert. Während der Nordosten Deutschlands unter dem 
Einfluss vergleichsweise kühler Meeresluft wiederholt von Schauern 
und Gewittern profitierte, blieb es im Südwesten am Rand des 
Hochdruckgebietes bislang trocken. Die Kombination aus hohen 
Temperaturen, niedriger Luftfeuchtigkeit und zeitweise lebhaftem Wind
ließ die Verdunstung weiter ansteigen und trocknete insbesondere den 
Oberboden innerhalb kurzer Zeit erneut deutlich aus.
Ursache der wiederkehrenden Trockenphasen ist die großräumige 
Zirkulation über Europa. Seit dem Frühjahr etablierten sich immer 
wieder blockierende Hochdruckgebiete über West- und Mitteleuropa. 
Diese unterbrechen oder verlagern die für Mitteleuropa typische 
West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete, sodass niederschlagsbringende 
Frontensysteme häufig nach Norden oder Süden abgelenkt werden. 
Zwischenzeitlich gelangten zwar mit westlichen Strömungen etwas 
kühlere und feuchtere Luftmassen nach Deutschland, diese gingen 
jedoch meist nur mit schauerartigem Regen einher und brachten kaum 
flächendeckende, ergiebige Niederschläge. Auch großräumige 
Gewitterkomplexe, die im Sommer häufig für eine nachhaltigere 
Wasserversorgung sorgen, traten bislang nur selten auf.
Auch wenn die derzeitige Wetterlage durchaus Parallelen zum 
Dürresommer 2018 aufweist, ist die Situation nach aktuellem Stand 
noch nicht vergleichbar. Dennoch zeigen sich bereits deutliche 
Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit. Viele Pflanzen leiden unter
Trockenstress, die Wasserstände zahlreicher Flüsse gehen zurück und 
die Waldbrandgefahr ist in weiten Teilen des Südwestens hoch.
Auch in den kommenden Tagen zeichnet sich zunächst keine grundlegende
Änderung der Wetterlage ab. Es ist trocken und im Südwesten auch 
hochsommerlich heiß. Erst zum Ende der kommenden Woche deuten die 
Wettermodelle auf zunehmenden Tiefdruckeinfluss hin. Damit würde 
feuchtere und zunehmend schwüle Luft nach Deutschland gelangen, 
wodurch das Potenzial für kräftige Schauer und Gewitter ansteigt. Im 
weiteren Verlauf deutet sich aus heutiger Sicht eine Rückkehr zu 
einer gemäßigt temperierten Westwetterlage mit zeitweiligen 
Niederschlägen an, sodass die Trockenheit ab dann voraussichtlich 
gelindert wird.

Dipl. Met. Christian Herold 

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 10.07.2026

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