Wetterarchiv Behrendorf

Hinweis: ab 1. Januar 2023 erfolgt die Aktualisierung der WsWin-Wetterdaten aus Behrendorf nur noch am 1., am 11. und 21. eines Monats. Aktuelle Daten gibt es unter https://wischewetter.info.

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Aktuelle Warnlage

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Wetter aktuell
Die Gefahr von gefrierendem Regen

Nach dem Wintereinbruch in der letzten Novemberdekade war in den 
letzten Tagen immer wieder davon die Rede: Gefrierender Regen! Doch 
wie entsteht dieser eigentlich und was macht ihn so gefährlich?

In den letzten Tagen hatte das Wetter bei uns in Deutschland einiges 
zu bieten. Enorme Schneemassen mit teils neuen Rekorden und sehr 
kalte Nächte prägten das Geschehen. Am Wochenende herrschte dann 
verbreitet Dauerfrost, lediglich entlang des Rheins sowie direkt an 
der Nordsee zeigte das Thermometer stellenweise zarte Plusgrade an. 
Am Montag erreichten dann erste Tiefausläufer mit ihren 
Frontensystemen den Westen Deutschlands. Dabei wurde allmählich 
wärmere Luft nach Deutschland geführt, sodass die Temperaturen in 
etwa ein Kilometer Höhe teils in den positiven Bereich gingen. 
Gleichzeitig hielt sich bodennah noch die wesentlich schwerere 
Polarluft. Durch den Hebungsantrieb in Verbindung mit einem 
heranziehenden Höhentrog kam es im Vorfeld zu Schneefall, der mit der
Zeit durch die einfließende Warmluft oberhalb der atmosphärischen 
Grenzschicht (ein Kilometer Höhe) teils in Regen überging. Da die 
bodennahe Kaltluftschicht nur eine geringe vertikale Erstreckung 
hatte, reichte die Zeit nicht aus, dass der Regen bereits vor dem 
Auftreffen auf den Erdboden gefror. Somit fiel der Regen auf die 
kalten Böden und sorgte schlagartig für gefährliches Glatteis. 
Örtlich war die Kaltluftschicht aber auch stärker ausgeprägt, sodass 
der Regen bereits vor dem Auftreffen auf den Erdboden zu Eiskörnern 
gefror. In diesem Fall spricht man dann von Eisregen.
 
Die Wetterlage der letzten Tage ist dagegen typisch für markante 
Glättelagen. Nach einer winterlichen Periode mit Dauerfrost greifen 
allmählich Tiefausläufer vom Atlantik auf Mitteleuropa über, die 
häufig von einem kräftigen Hoch über Nordwestrussland blockiert 
werden und sich somit über Mitteleuropa allmählich auflösen. Trotzdem
führen diese Tiefs mit ihren Frontensystemen vom Atlantik mildere 
Luftmassen heran, die sich allerdings aufgrund recht schwacher Winde 
und damit fehlender Durchmischung nur sehr schwer bis zum Erdboden 
durchsetzen können. Die Folge ist je nach Ort eine Mischung aus 
Regen, Schneeregen, Schnee, Eisregen und gefrierendem Regen!

Wie sieht die Lage in den nächsten Tagen aus?
Nach vorübergehendem Zwischenhocheinfluss am Donnerstag nehmen die 
Atlantiktiefs einen neuen Anlauf. Die Warmfront eines kräftigen 
Sturmtiefs über Irland verursacht im Westen am Freitagfrüh 
Aufgleitniederschläge. Diese fallen im äußersten Westen 
voraussichtlich als Regen. In Richtung Osten ist anfangs allerdings 
nochmals eine Mischung aus Schnee und gefrierendem Regen dabei, was 
am Freitagvormittag zu gefährlicher Glätte auf den Straßen führen 
kann. Der simulierte Radiosondenaufstieg für Freitagmorgen zeigt für 
den Süden Hessens eine markante Temperaturinversion bei etwa 900 
Hektopascal (siehe Abbildung 1). Dies entspricht einer Höhe von etwa 
ein Kilometer. Fällt nun Niederschlag beginnt der Schnee in der Höhe 
zu schmelzen und geht in Regen über. Da die unterste Schicht 
allerdings noch Temperaturen unter 0 Grad aufweist, ist davon 
auszugehen, dass örtlich Regen auf die gefrorenen Böden fallen wird 
und dabei sofort gefriert. Dies kann vor allem am Freitagvormittag zu
gefährlichem Glatteis führen. Aktuelle Informationen zur aktuellen 
Warnsituation finden Sie in der Warn-Wetter App oder auf unserer 
Webseite.

(Das Bild zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie immer im 
Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)


M.Sc.-Met. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 06.12.2023

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